Homologe Rekombinationsdefizienz (HRD)

Während einer Zellteilung wird jedes Mal das genetische Material der Zelle verdoppelt. Das gesamt Genom ist in der sogenannten DNA verschlüsselt. Bei jeder Verdoppelung der DNA können Schäden entstehen, welche von bestimmenden Enzymen repariert werden. Die Arten der DNA-Schäden können unter anderem in Einzelstrang- sowie Doppelstrangbrüche unterteilt werden. Viele Proteine, unter anderem BRCA1 und 2, sind an diesem Prozess beteiligt.

 

Die sogenannte „Homologe Rekombination“ beschreibt dabei eine Art dieses Reparaturmechanismus. Bei einer Defizienz dieser Rekombination, also einer Fehler behafteten oder gestörten,  spricht man von einer homologen Rekombinationsdefizienz (HRD).

Aufgrund von HRD entstehen häufig Genomschäden, welche wiederum zu einer genomischen Instabilität, einem der Kennzeichen von Krebs, führen. Verursacht werden kann eine HRD durch somatische oder Keimbahn-Defekte in Genen, die für die beteiligten Reparaturproteine kodieren. Die bekanntesten Defekte sind pathogene Varianten in den Genen BRCA1 oder BRCA2. Sind diese beiden Gene nicht betroffen, wird von einem „BRCAness“-Phänotyp gesprochen. Bei Eierstockkrebs ist die Mutation von BRCA1, gefolgt von BRCA2, die häufigste Genveränderung.